Sorgende Gemeinschaften

Füreinander sorgen in der nahen oder weiten Nachbarschaft

Sorgende Gemeinschaften (oder auch Caring Communities) bilden sich, wenn die Nachbarschaften in einem Ort oder einem Stadtviertel gestärkt werden. Auch für die Älteren ist das wichtig. Ihnen kann das Leben in ihrem Viertel schwer werden, wenn die Kinder wegziehen, Partner und Freunde sterben oder es keinen Laden im Nahbereich mehr gibt. Damit Ältere mehr Unterstützung bekommen, bringen wir Menschen in Kontakt und geben ihnen die Möglichkeit, neue »Wahlverwandtschaften« einzugehen.

Von einer sorgenden Gemeinschaft haben aber alle etwas. Was sich für die Älteren verbessert, zum Beispiel bei der ärztlichen Versorgung oder beim Nahverkehr, kommt allen Bewohnern des Viertels zugute. Das zeigt sich auch bei kreativen neuen Lösungen wie dem gemeinschaftlichen Wohnen. Wenn die Generationen unter einem Dach oder in der Nähe wohnen, können die Älteren leichter zu »Leih-Omas« und »Leih-Opas« werden oder bei der Kinderbetreuung einspringen und die Jüngeren beim Schleppen der Einkäufe helfen.

Mehr über sorgende Gemeinschaften gibt es bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Altenarbeit in der EKD: »Sorgende Gemeinde werden – Sorge und Mitverantwortung fördern – Aufgaben für Gesellschaft und Kirche«. Auch der Siebte Altenbericht der Bundesregierung hat ein möglichst langes selbständiges Leben Älterer zum Ziel. Wie kreativ sorgende Gemeinschaften angegangen werden können, zeigen die Projekte des Vereins Keywork e.V.

»Leben und sterben, wo ich hingehöre« (Klaus Dörner)

Letztlich wachsen sorgende Gemeinschaften durch die fürsorgliche Haltung aller füreinander. Das geschieht in der Familie, in der Nachbarschaft, im Verein, in der Kirchengemeinde und an vielen weiteren Orten.

Seniorenbegleiter/innen zum Beispiel sind bereits jetzt Teil des Unterstützungs-Netzwerks für Ältere vor Ort. Dazu gehören unter anderem Nachbarn, ambulanter und stationärer Pflege, Sozialstation, Pflegestützpunkt und Kirchengemeinde. Seniorenbegleiter/innen sorgen mit dafür, dass Ältere so lange in ihrer vertrauten Umgebung bleiben können, wie sie das möchten. Ihr Beitrag  zum Hilfenetz ist ihre Kompetenz in der Gesprächsführung.

Über ihre Besuchen bei Einzelnen zuhause oder im Heim sorgen Seniorenbegleiter/innen dafür, dass diese sich gesehen fühlen und weiter beteiligt sind. Sie tragen Gruppen mit, in denen sich Ältere begegnen und austauschen können und sind bei der Nachbarschaftshilfe oder dem ambulanten Hospizdienst aktiv.

Seniorenbegleiter/innen verknüpfen über ihre Projekte beispielsweise Altenheime, Museen oder Sportvereine und Sozialstationen miteinander. Beispiele sind das Museum im Koffer, bei dem Seniorenbegleiter/innen bei ihren Besuchen über Gegenstände aus dem Museum ins Gespräch kommen oder die Senioren-Bewegungsgruppe, die von Seniorenbegleiter/innen und Trainer/innen aus dem Sportverein angeleitet wird. Kooperationen wie diese sind immer auch Schritte auf dem Weg zu einer sorgenden Gemeinschaft.

 

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